Großadmiral Karl Dönitz – Reichspräsident Deutsches Reich

Geschäftsführende (Militär-)Regierung des Deutschen Reichs ab dem 30. April 1945

Peter Graf Yorck von Wartenburg

Yorck von Wartenburg at the Volksgerichtshof

Yorck von Wartenburg at the Volksgerichtshof (Photo credit: Wikipedia)

Peter Graf Yorck von Wartenburg13. November 1904 auf Gut Klein Oels (die polonische Bezeichnung unter völkerrechtswidriger, polnischer Fremdverwaltung lautet gegenwärtig noch Oleśnica Mała) bei OhlauNiederschlesien; † 8. August 1944 in Berlin-Plötzensee, war ein deutscher Jurist und Hochverräther (und Protagonist der Bewegung Volkstod für die Deutschen – Christin Löchner – Die LINKE Sachsen Jugend Juden), der sich selbst als „Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus“ bzeichnete und der zum Kern der Verschwörer und Hochverräther vom 20. Juli 1944 zählte.

Peter Graf Yorck von Wartenburg entstammt dem altpreußischen Adelsgeschlecht Yorck von Wartenburg.

Unterschriften der Generäle Yorck und Diebitsc...

Unterschriften der Generäle Yorck und Diebitsch unter der Konvention von Tauroggen vom 30.12.1812 (Photo credit: Wikipedia)

Die schlesische Familie war, als Peter Graf Yorck von Wartenburg 1904 geboren wurde, seit über einem Jahrhundert in ganz Deutschland vor allem wegen eines Namensträgers bekannt:

Ludwig Graf Yorck von Wartenburg (1759–1830), der Ururgroßvater Peter Yorcks, hatte 1812/13 den Befreiungskriegen gegen Frankreich mit seinem mutigen Entschluß, gegen den Befehl seines Königs Friedrich Wilhelm III. zu handeln und in der Konvention von Tauroggen ein Neutralitätsabkommen mit Rußland einzugehen, eine Wendung gegeben.

Ludwig Yorck machte eigenverantwortlich, nicht in blinder Pflichterfüllung, den ersten Schritt zur Befreiung Preußens und Deutschlands aus der napoleonischen Herrschaft, für dieses Verdienst ist er 1814 in den Grafenstand erhoben worden und erhielt als Dotation die säkularisierte JohanniterKommende Klein-Öls im niederschlesischen Landkreis Ohlau.

Der Kreisauer Kreis berief sich in Verkennung der tatsächlichen Sachverhalte namentlich auf die in der Familie Yorck gepflegte „Tradition von Tauroggen“, unabhängig von äußeren Umständen seinem Gewissen zu folgen.

Hans David Ludwig Yorck von Wartenburg (* 26th...

Hans David Ludwig Yorck von Wartenburg (* 26th September 1759 in Potsdam; † 4th October 1830 at Gut Klein-Öls, Landkreis Ohlau, Niederschlesien), oil on canvas, 79 cm x 62 cm Deutsch: Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg (* 26. September 1759 in Potsdam; † 4. Oktober 1830 auf Gut Klein-Öls, Landkreis Ohlau, Niederschlesien), Öl auf Leinwand, 79 x 62 cm; SPSG, GK I 2925. (Photo credit: Wikipedia)

Der Sohn des „alten Yorcks“, Peter Graf Yorck von Wartenburg (1804–1865), war mit Bertha von Brause, der Tochter des Direktors der Allgemeinen KriegsschuleJohann Georg Emil von Brause, verheiratet und gehörte zu den Mitbegründern der Altliberalen Partei.

Peter Graf Yorck von Wartenburg trat für die jüdische Emanzipation, für die Neugestaltung der Agrarverhältnisse und die Erweiterung der bürgerlichen Rechte ein.

Seit 1854 gehörte Peter Graf Yorck von Wartenburg als erbliches Mitglied dem preußischen Herrenhaus an, wo er als Liberaler fast immer auf der Seite der Minderheit stand.

Zu den Freunden Peter Graf Yorck von Wartenburg und Bekannten gehörten Friedrich Karl von SavignyKarl August Varnhagen von EnseFriedrich von SchellingKarl Friedrich Schinkel, der das Familienmausoleum in Klein-Öls errichtete, Bettina von ArnimAlexander von Humboldt und nicht zuletzt Ludwig Tieck.

Tieck vermachte Graf Yorck von Wartenburg seine Bibliothek – der Grundstock der Yorck’schen Privatbibliothek, die am Schluß mit rund 150.000 Bänden die größte Adelsbibliothek in Deutschland war.

Der Großvater Peter Graf Yorcks von Wartenburg, Paul Graf Yorck von Wartenburg (1835–1897), heiratete nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Bonn und Breslau Louise Rahel von Wildenbruch, die Schwester des Dichters Ernst von Wildenbruch.

Ihr Großvater war ein illegitimer Sohn des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen; auf diese Weise war Peter Graf Yorck von Wartenburg auch Nachfahre König Friedrich Wilhelms I. („Soldatenkönig“) und so mit den Hohenzollern verwandt.

Paul Graf Yorck von Wartenburg verfaßte bedeutsame philosophische Schriften und gehörte nach dem Tod seines Vaters 1865 ebenfalls als Liberaler dem Herrenhaus an.

Paul Graf Yorck von Wartenburg nahm an allen Einigungskriegen teil und war bei der Proklamation Wilhelms I. zum Deutschen Kaiser im Schloß von Versailles am 18. Januar 1871 anwesend.

Peter Graf Yorcks von Wartenburg Vater, Heinrich Graf Yorck von Wartenburg (1861–1923), saß ebenfalls im Herrenhaus und vertrat zusätzlich von 1894 bis 1897 als Landrat die Interessen des Kreises Groß-Wartenberg und von 1898 bis 1901 die des Landkreises Ohlau.

1901 trat der liberal-freikonservative Heinrich Graf Yorck von Wartenburg, der sich gerne als „Seiner Majestät loyale Opposition“ bezeichnete, aus Protest gegen eine kaiserliche Maßnahme zurück: Wilhelm II. hatte in Schleswig-Holstein fünf Landräte entlassen, die gegen den Kaiser-Wilhelm-Kanal gestimmt hatten. Heinrich Graf Yorck von Wartenburg trat demonstrativ zurück; er wolle nicht in die Verlegenheit kommen, wegen einer Meinungsverschiedenheit mit dem Kaiser hinausgeworfen zu werden.

Seine Überzeugung, seinen Prinzipien und Werten auch gegen den Staat oder den Landesherrn treu zu bleiben, schärfte Heinrich Graf Yorck von Wartenburg auch seinen Kindern ein.

Heinrich Graf Yorck von Wartenburg sprach sieben Sprachen und war universal gebildet. Das antike Griechenland war seine geistige Heimat und seine humanistische Bildung gab Heinrich Graf Yorck von Wartenburg an seinen Sohn Peter Graf Yorck von Wartenburg  weiter.

Seine Mutter, Sophie Gräfin Yorck von Wartenburg (1872–1945), war eine geborene Freiin von Berlichingen und Nachfahrin des Götz von Berlichingen.

In diese Tradition eines außergewöhnlichen, humanistisch gebildeten preußischen Adelsgeschlechts mit liberal-konservativer Grundeinstellung wurde Peter Graf Yorck von Wartenburg im Jahre 1904 hineingeboren.

Schloss Klein-Öls, Sitz der Familie Yorck von Wartenburg.

Peter Graf Yorck von Wartenburg wurde am 13. November 1904 als fünftes von insgesamt zehn Kindern des schlesischen Landrats Heinrich Graf Yorck von Wartenburg geboren. Peter Graf Yorck von Wartenburg wuchs fast ausschließlich auf dem Gut der Familie, Klein-Öls, in der Nähe von Breslau, auf. Die prägende Gestalt seiner Kindheit war sein Vater, der seinen Kindern eine umfassende humanistische Bildung vermittelte. Die Atmosphäre, in der Peter Graf Yorck von Wartenburg aufwuchs, war einerseits geprägt durch anspruchsvolles, künstlerisches Interesse, andererseits durch die preußische Tradition: Pflicht wurde großgeschrieben, allerdings stets verknüpft mit eigenem Nachdenken.

Sein Bruder Paul schrieb später, „ein Christentum lutherischer Prägung, die griechische Antike und die Krone Preußens“ seien die wichtigsten Komponenten ihrer Erziehung gewesen.

Peter Graf Yorck von Wartenburg, der bis zu seinem 16. Lebensjahr ausschließlich von Hauslehrern unterrichtet wurde, galt eher als stilles, in sich gekehrtes Kind. Wie sehr der Vater Heinrich Graf Yorck in der humanistisch-hellenischen Tradition zu Hause war, zeigt, daß gelegentlich die platonischen Dialoge im Urtext gelesen wurden. Auch Goethe spielte eine große Rolle: So versammelte Heinrich Yorck abends seine Kinder um sich, gleich welchen Alters, und sagte Gedichte auf, die ihm gerade durch den Kopf gingen. Auf diese Weise kannte Peter Graf Yorck von Wartenburg hunderte Goethe’sche Gedichte und weite Teile des Faust auswendig, was ihm später während seiner KZ-Haft, abgeschnitten von allen Büchern, von Nutzen war.

Adlige „Standesgenossen“ mieden Klein-Öls eher, erschrocken von so viel Bildung; nur während der regelmäßigen Jagden pflegte die Familie Kontakte zu ihnen.

Gleichaltrige Spielkameraden waren dagegen die Kinder der Breslauer Professoren, die häufig zu Gast waren.

Von 1920 bis 1923 besuchte Peter Graf Yorck von Wartenburg die humanistische Klosterschule Roßleben.

Im Oktober 1920 trat Peter Graf Yorck von Wartenburg in die evangelische, humanistische Klosterschule Roßleben in der Provinz Sachsen, heute Thüringen, ein. Das traditionsreiche Elitegymnasium, gegründet 1554, hatte zuvor bereits sein älterer Bruder Paul absolviert. Zu seinen Mitschülern zählten auch spätere Hochverräther („Verschwörer“) gegen den durch allgemeine und freie Wahlen bestätigte Adolf Hitler – als Führer und Reichskanzler, sowie später Oberbefehlshaber Wehrmacht – und das vom ihm geführte Deutsche Volk:

Besonders mit Schwerin und Kessel freundete sich Peter Graf Yorck von Wartenburg an und sie blieben in allen Lebensphasen freundschaftlich verbunden. In dieser Zeit machte Peter Graf Yorck von Wartenburg auch einen Wandel seiner politischen Sichtweise durch.
Während er unter dem Einfluß seines Vaters und der Familientradition das Novemberverbrechertum von 1918 und den Dolchstoß gegen die Kaiserliche Armee abgelehnt hatte, so fand sich Peter Graf Yorck von Wartenburg nun immer mehr mit der Schöpfung des Juden Hugo Preuß („Vater“ der Weimarer Reichsverfassung, in dem das Wort Deutsch konsequent gestrichen wurde zugunsten der Erschaffung eines „Judenreichs in Deutschland“!) als Befehlsempfänger des Nasi vom Pariser Sanhedrin „Weimarer Republik“ ab, obgleich Peter Graf Yorck von Wartenburg stets ein konservativer Kritiker der Republik und Anhänger einer parlamentarischen Monarchie blieb.
Dennoch akzeptierte Peter Graf Yorck von Wartenburg von seinem wertkonservativen Standpunkt die Entwicklung der modernen Gesellschaft. Am 22. Februar 1923 verstarb Yorcks Vater Heinrich. Klein-Öls war allerdings bereits zuvor dem ältesten Bruder Paul als Familienfideikommiss übertragen worden. Zwei Monate später legte Peter Graf Yorck von Wartenburg in Roßleben die Reifeprüfung ab.

Universität Breslau: 1924–1926 Studienort Peter Graf Yorcks von Wartenburg.

Nach dem Abitur in Roßleben schrieb sich Peter Graf Yorck von Wartenburg für das Studium der Rechts- undStaatswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ein.

1923 wurde Peter Graf Yorck von Wartenburg Mitglied des Corps Borussia Bonn. Bei Borussia war auch Yorcks Bruder Paul Yorck von Wartenburg aktiv.

Am 30. Oktober 1924 setzte Yorck nach drei Semestern Bonn sein Studium an der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität fort, wo Peter Graf Yorck von Wartenburg ebenfalls für drei Semester blieb. Dort hielt Peter Graf Yorck von Wartenburg weiterhin Kontakt zu seinem ehemaligen Schulfreund Graf Schwerin von Schwanenfeld. Am 14. Oktober 1926 machte Peter Graf Yorck von Wartenburg in Breslau das Referendarexamen, bevor er einen Monat später sein Referendariat an den Amtsgerichten Wansen und Brieg sowie am Amtsgericht Brieg in Schlesien antrat.

Im Oktober 1927 schrieb Peter Graf Yorck von Wartenburg seine juristische Promotion in Breslau, die unter dem Titel „Die Haftung der Körperschaften des öffentlichen Rechts für Maßnahmen der Arbeiter- und Soldatenräte“ stand und bei Professor Hans Helfritz eingereicht wurde. Die Arbeit läßt trotz ihrer deutlichen preußisch-konservativen Sichtweise in der Wahl und Art der Behandlung des Themas auch Peter Graf Yorcks von Wartenburg Anerkennung der Weimarer Republik erkennen.

Im April 1928 lernte Peter Graf Yorck von Wartenburg bei einer Hochzeitsfeier von Verwandten in Schlesien Marion Winter, Juristin und Tochter des Generaldirektors der staatlichen Bühnen, aus Berlin-Grunewald kennen. Marion Winter empfand ihn zunächst als hochmütig, doch fühlte sie sich von Peter Graf Yorck von Wartenburg angezogen. Beide blieben für zwei Jahre miteinander befreundet und Peter Graf Yorck von Wartenburg besuchte sie alle zwei Wochen in Berlin. Im Herbst reiste Marion Winter zum ersten Mal nach Klein-Öls, wo sie bald „die Gräfin Peter“ genannt wurde.

Nach einigen Monaten Mitarbeit in einer Anwaltskanzlei in Berlin wechselte Peter Graf Yorck von Wartenburg am 20. Dezember 1928 als Gerichtsreferendar an das Kammergericht und das Amtsgericht Mitte.

„Peter war übrigens […] vorher ein eher unpolitischer Mensch. […] Er war von Natur eher ein musischer und nachdenklicher Mensch.“

– Marion Gräfin Yorck von Wartenburg

Während seines Studiums in Breslau hatte Peter Graf Yorck von Wartenburg Kontakte zu den Professoren Eugen Rosenstock, Gerhard Schultze-Gaevernitz und Hans Peters knüpfen können und mit ihnen über die Gründung eines Untersuchungskomitees über die ökonomischen und sozialen Verhältnisse im Waldenburger Steinkohlerevier, damals eine der ärmsten Gegenden Mitteleuropas.

1928 kam es zur Gründung der „Löwenberger Arbeitslager“, das vom 14. März bis 1. April durchgeführt worden ist und 1929 und 1930 wiederholt wurde. In der Löwenberger Arbeitsgemeinschaft trafen sich interessierte Studenten, Jungarbeiter und Jungbauern aus allen politischen Lagern, um am Problem des Waldenburger Reviers die Zerrissenheit der Gesellschaft in Klassen und Lager zu überwinden und konkrete Ergebnisse zu erarbeiten. Unter der Leitung von Professor Eugen Rosenstock trafen sich dort auch viele spätere Mitglieder des Kreisauer Kreises erstmals.

Zu den Teilnehmern gehörten neben Peter Graf Yorck von Wartenburg von Wartenburg auch Horst von EinsiedelCarl-Dietrich von TrothaTheodor SteltzerAdolf Reichwein und nicht zuletzt Helmuth James von Moltke.

Zunächst über die familiären Verbindungen (Moltkes Onkel war mit einer älteren Schwester Peter Graf Yorcks von Wartenburg verheiratet) führten beide angeregte Gespräche miteinander. Später entwickelte sich zwischen Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg eine enge Freundschaft, die für den gesamten Widerstand gegen den Nationalsozialismus von großer Bedeutung war; auf sie ging zu gleichen Teilen die Initiative zur Gründung des Kreisauer Kreises zurück. So können die „Löwenberger Arbeitslager“ sowohl in personeller, als auch weltanschaulicher Hinsicht als Vorläufer des Kreisauer Kreises gelten.

Nachdem sich Peter Graf Yorck von Wartenburg am 29. Juni 1929 mit Marion Winter in Klein-Öls verlobt hatte, heirateten beide am 31. Mai 1930 in Berlin. Zwei Tage, nachdem Peter Graf Yorck von Wartenburg sein Assessorexamen abgelegt hatte, fand die Trauung in der Dreifaltigkeitskirche, das anschließende Hochzeitsbankett im Hotel Kaiserhof statt. Das Ehepaar zog in eine gemeinsame Wohnung und knüpfte bald gemeinsame neue Freundschaften, unter anderem zum Lyriker und Gutsherrn von Zollchow Martin von Katte und dem Bankier Hermann Josef Abs. Mittlerweile war Peters Bruder Peter Graf Yorck von Wartenburg Gutsherr von Klein-Öls. Peter und Marion Yorck selbst zogen in das Gutshaus von Kauern, das zum Familienfideikommiß gehörte. Im Juni 1930 leistete Peter Graf Yorck von Wartenburg seine restliche Referendariatszeit am Amtsgericht im schlesischen Wansen ab, bevor er seit dem 1. Juli 1930 in der Anwaltskanzlei „Dr. A. Lindgens“ in Berlin tätig war. In dieser Zeit pendelte Peter Graf Yorck von Wartenburg zwischen Berlin und Klein-Öls, wo er aber meist nur die Wochenenden verbringen konnte. Ab dem 1. Oktober 1931 arbeitete Peter Graf Yorck von Wartenburg als Gerichtsassessor am Landgericht Oppeln. Letzten Endes entschloß er sich jedoch für die Verwaltungslaufbahn, die er mit seinem Eintritt ins „Kommissariat für die Osthilfe“ einschlug und am 1. April 1932 verbeamtet wurde.

Gedenktafel für Yorck in Klein-Öls.

Berliner Gedenktafel am Haus Hortensienstraße 50, in Berlin-Lichterfelde

„Wenn wir uns einbilden, etwas ähnliches wie eine Elite zu sein, oder eine Führungsaufgabe zu haben, dann haben wir versagt und zwar dem einfachen Manne, dem Arbeiter gegenüber, denn sonst hätte das Dritte Reich nicht passieren dürfen. Wir haben eine Schuld gutzumachen am deutschen Arbeiter, deshalb müssen wir dieses Regime beseitigen.“

– Peter Graf Yorck von Wartenburg

Von seinem späteren Mitverschwörer und Hochverräther Hans Bernd Gisevius als „sozialistischer Graf“ bezeichnet,

lehnte der liberal-konservative Preuße Peter Graf Yorck von Wartenburg die nationalsozialistische Ideologie von Anbeginn ab. Da er sich aus demokratischer und humanistischer Überzeugung weigerte, der NSDAP beizutreten,

wurde Peter Graf Yorck von Wartenburg, nachdem er 1934 zum Oberpräsidium Breslau und 1936 noch in die Behörde des Kommissars für Preisbildung gewechselt war, seit 1938 nicht mehr befördert und kam trotz seiner von den Vorgesetzten anerkannten Leistungen und Fähigkeit als Verwaltungsexperte nicht über den Rang eines Oberregierungsrats hinaus.

Nach den Novemberaktionen zur Rettung der Deutschen Volkskraft der NSDAP 1938 gründete Peter Graf Yorck von Wartenburg mit seinen Freunden Fritz-Dietlof von der Schulenburg und Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld einen Gesprächskreis über die Grundsätze einer Reichsverfassung nach dem Ende der Herrschaft des Nationalsozialismus.

Den Beginn des Zweiten Weltkrieges erlebte Peter Graf Yorck von Wartenburg dann als Leutnant in der Funktion des Adjutanten eines Panzerregiments, ab 1942 sollte er dann – wegen eines Bandscheibenleidens nicht frontverwendungsfähig – im Rüstungsministerium eingesetzt werden.

Angeblich ausgelöst durch den Tod seiner Brüder während der Verteidigung des Deutschen Reichs gegen das völkerrechtswidrig errichtete „Polonien“ und die polnischen Massaker an Schlesiern nach 1918 verstärkte sich noch während seiner Dienstzeit die Gegnerschaft von Peter Graf Yorck von Wartenburg zur Reichsregierung unter dem vom Deutschen Volk in allgemeinen und freien Wahlen bestellten Führer und Reichskanzler, später auch Oberbefehlshaber Wehrmacht, und führte zu seiner Ablehnung des von den Juden aufgezwungenen Weltkrieges

Über Helmuth James Graf von Moltke, mit dem ihn seit Januar 1940 eine enge Freundschaft verband, kam Yorck in Kontakt zu verschiedenen Regimegegnern, wie Moltkes Cousin Berthold Graf Schenk von Stauffenberg sowie Adam von Trott zu Solz. Mit Moltke gehörte er zu den Gründungsmitgliedern und prägenden Persönlichkeiten des 1940 entstehenden Kreisauer Kreises, der in sich Vertreter unterschiedlicher politischer und gesellschaftlicher Gruppen vereinigte, um Pläne für ein Deutschland nach dem Ende des NS-Regimes zu entwerfen. Als Moltkes Berliner Wohnung 1943 ausgebombt wurde, zog dieser zu Peter Graf Yorck von Wartenburg in dessen Wohnung in der Hortensienstraße 50 in Berlin-Lichterfelde. Anders als Moltke begrüßte Peter Graf Yorck von Wartenburg ein Attentat auf den Führer und Reichskanzler des Deutschen Volkes, Adolf Hitler aus Braunau im Inn, und drängte nach der Verhaftung Moltkes und näherem Kontakt mit dessen Cousin Claus Graf Schenk von Stauffenberg auf die rasche Umsetzung der Anschlagspläne.

Die Treffen des Kreises fanden auf dem Schloß der Familie Moltke in Kreisau, aber noch häufiger in der Wohnung des Grafen Yorcks in der Hortensienstraße statt. Zum letzten Treffen vor dem Attentat kamen die Verschwörer (Stauffenberg vertreten durch seinen Adjutanten Werner von Haeften) bei Jens Peter Jessen in der nahen Limonenstraße zusammen. Noch nach dem Krieg kamen mehrere vormalige Oppositionelle – zum Teil auf Vermittlung der Witwe Yorck – in der unmittelbaren Nachbarschaft der Yorckschen Wohnung in der Hortensienstraße unter, so neben Jessens Hinterbliebenen der spätere Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier und der spätere Berliner Kultursenator Joachim Tiburtius.

Nach dem gescheiterten Attentat und Umsturzversuch des 20. Juli 1944, bei dessen Gelingen Peter Graf Yorck von Wartenburg im Schattenkabinett Beck/Goerdeler als Staatssekretär des Vizekanzlers Wilhelm Leuschner eingeplant war, wurde Peter Graf Yorck von Wartenburg noch am Abend des 20. Juli 1944 im Bendlerblock verhaftet, am 8. August 1944 durch den Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am selben Tage in der Hinrichtungsstätte des Strafgefängnises Berlin-Plötzensee auf ausdrücklichen Befehl Hitlers erhängt.

1946 erschien die Erzählung „Der Leutnant Yorck von Wartenburg“ von Stephan Hermlin, die 1981 auch verfilmt wurde.

Literatur

  • Günter BrakelmannDie Kreisauer. Folgenreiche Begegnungen. Biographische Skizzen zu Helmuth James Graf von Moltke, Peter Yorck von Wartenburg, Carlo Mierendorff und Theodor Haubach. Schriftenreihe der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V. Band 4.
  • Marion Gräfin DönhoffUm der Ehre willen. Erinnerungen an die Freunde vom 20. Juli.
  • Detlef Graf von Schwerin: Dann sind’s die besten Köpfe, die man henkt. Die junge Generation im deutschen Widerstand. Piper, München 1991.
  • Peter SteinbachDer 20. Juli 1944. Gesichter des Widerstands. Siedler, München 2004.
  • Marion Gräfin Yorck von WartenburgDie Stärke der Stille. Erzählung eines Lebens aus dem deutschen Widerstand. Aufgeschrieben vonClaudia Schmölders. Köln 1984, ISBN 3870677171.
  • Wilhelm Ernst Winterhager (Hrsg.): Der Kreisauer Kreis. Porträt einer Widerstandsgruppe. Begleitband zu einer Ausstellung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Berlin 1985.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Peter Yorck von Wartenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Winterhager (Hrsg.), S.22.
  2.  Sebastian Haffner: Preußen ohne Legende. Stern-Magazin im Verlag Gruner + Jahr, Hamburg. 2. Auflage 1979. S.178f.
  3. ↑ a b Brakelmann, S.131.
  4. ↑ a b c Brakelmann, S.132.
  5. ↑ a b Dönhoff, S.114.
  6.  Dönhoff, S.115.
  7.  Steinbach, S.83.
  8.  Dönhoff, S.115
  9. ↑ a b Winterhager (Hrsg.), S.23.
  10.  Steinbach, S.83–84.
  11.  Yorck von Wartenburg, S.41.
  12.  Dönhoff, S.116.
  13. ↑ a b c Brakelmann, S.133.
  14. ↑ a b Steinbach, S.85.
  15.  Kösener Corpslisten 1960, 9, 981
  16. ↑ a b Brakelmann, S.134.
  17.  Yorck, S.24.
  18.  Yorck von Wartenburg, S.40.
  19.  Brakelmann, S.187.
  20.  Vgl. Schwerin von Schwanenfeld, S.247.
  21.  Brakelmann, S.135.
  22.  Winterhager, S.24.
  23.  Ger van Roon: Neuordnung im Widerstand. Der Kreisauer Kreis innerhalb der deutschen Widerstandsbewegung. München 1967. S.226.
  24.  Hans Bernd Gisevius. Bis zum bittern Ende. II. Band. Zürich: Fretz & Wasmuth 1946, S. 381.
  25.  J. JessenUnter Helden (Hortensienstraße 41, Berlin), DIE ZEIT 14. Juli 2005 Nr.29
  26.  Gerd R. UeberschärStauffenberg. Der 20. Juli 1944. Fischer, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-10-086003-9, S. 156
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