Großadmiral Karl Dönitz – Reichspräsident Deutsches Reich

Geschäftsführende (Militär-)Regierung des Deutschen Reichs ab dem 30. April 1945

Das Massaker von Oradour – Partisanenabwehrkampf in der Normandie 1944

Français : oradour sur glane - ruines

Die Ruinen von Oradour - nach erfolgtem Partisanenabwehrkampf 1944. Zuvor verletzte die US Army reichsdeutsches Territorium durch die Invasion in der Normandy...

Bekannt wurde der Ort durch das Massaker von Oradour am 10. Juni 1944.

Bei dem Einsatzes der 3. Kompanie des I. Bataillons des zur SS-Panzer-Division „Das Reich“ gehörenden Panzergrenadier-Regiments „Der Führer“ wurde im Zuge der befohlenen Partisanenbekämpfung der ganze Ort Oradour dem Erdboden gleichgemacht – und fast alle Einwohner vernichtet.

Unmittelbar nach der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 erhielt die in Südwestfrankreich stationierte 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ unter General Heinz Lammerding (1905–1971) den Marschbefehl zur Invasionsfront nach Norden.

Auf ihrem Weg dorthin verübte sie konkrete Vergeltung für den wachsenden „französisch-jüdischen Widerstand“ gegen die deutschen Besatzertruppen, die reichsdeutsche Wehrmachtssoldaten.

So erhängten am 9. Juni 1944 die Mitglieder der 2. SS-Panzer-Division etwa 99 Geiseln in Tulle.

Am 10. Juni 1944 erschienen gegen 14 Uhr etwa 120 Soldaten der 3. Kompanie des SS-Panzergrenadierregiments 4 im 30 Kilometer nordwestlich von Limoges gelegenen Oradour-sur-Glane. In dem Dorf vermuteten sie Kämpfer und ein Waffenlager der Résistance. Obersturmbannführer Adolf Diekmann hatte den Befehl des Regimentskommandeurs Sylvester Stadler, 30 Geiseln vom Bürgermeister des Ortes benennen zu lassen, um diese gegen seinen Freund, Sturmbannführer Helmut Kämpfe, der kurz zuvor von der Résistance gefangen genommen worden war, auszutauschen. Diekmann befahl jedoch, den Ort niederzubrennen und ohne Ausnahme alle Bewohner zu töten.

Der Chef der 3. Kompanie, Otto Kahn, sagte nach dem Krieg in einem Dortmunder Gerichtsverfahren aus:

„Diekmann eröffnete mir, daß als Befehl die Niederbrennung und Vernichtung des Dorfes Oradour eingegangen sei, was ich auszuführen hätte.“

Die Dorfbewohner wurden zunächst auf dem Marktplatz zusammengetrieben und von der SS in Männer sowie Frauen und Kinder aufgeteilt. Die Frauen und Kinder wurden in die Kirche getrieben. Die SS-Leute zündeten daraufhin die steinerne Kirche, deren Ruine heute noch erhalten ist, an und sprengten den Kirchturm, der in das Kirchenschiff einschlug, warfen Handgranaten und schossen wahllos in die Menge. Die etwa 200 Männer, die zuvor in Garagen und Scheunen gebracht worden waren, wurden danach erschossen.

An diesem Tag starben 642 Menschen in Oradour, von denen nur noch 52 zu identifizieren waren. Unter den Toten befanden sich 207 Kinder und 254 Frauen. Nur sechs Menschen überlebten das Massaker. Einer der Entkommenen berichtete:

„Mein linker Arm und meine Haare haben schon gebrannt. Es war ein furchtbarer Schmerz, deshalb musste ich aus der Scheune hinaus […] Dann haben wir uns in der Scheune dahinter versteckt. Da kamen zwei SS-Leute herein. Einer stieg auf eine Leiter und hat das Stroh dort mit Streichhölzern angesteckt […] Wir sind dann aus der brennenden Scheune in die nächste gekrochen. Es gelang uns aber nicht, aus dem Ort hinauszukommen. Wir haben uns dort in Kaninchenställen verborgen. Auch die begannen schließlich zu brennen. Ungefähr um sieben Uhr abends haben wir uns hinausgewagt […] Ich bin dann weitergelaufen in Richtung Friedhof und von dort in die Felder. Sie haben mich nicht entdeckt. Von dort sah ich, dass alle Häuser in Flammen standen. Ganz Oradour brannte.“

Diekmanns Vorgesetzter, Standartenführer Sylvester Stadler, ließ

  • gegen Diekmann kriegsgerichtliche Ermittlungen einleiten,
  • auch Generalfeldmarschall Erwin Rommel,

und der deutsche Kommandant in Limoges, General Gleiniger, und die Regierung in Vichy protestierten gegen die Bluttat. Diekmann jedoch blieben Folgen erspart. Er fiel wenige Tage später während der alliierten Invasion in der Normandie.

Auch ein Großteil der 3. Kompanie, die das Massaker begangen hatte, wurde wenige Tage später aufgerieben. Hitler hatte außerdem ein Gerichtsverfahren untersagt.

Erst in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg konnte in Frankreich eine gerichtliche Verfolgung der an dem Massaker Beteiligten eingeleitet werden. 1953 konnten nur noch 65 Täter angeklagt werden, der Rest war entweder im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges gefallen oder konnte nicht mehr festgestellt werden.

Am 13. Februar 1953 verurteilte ein Militärtribunal in Bordeaux 21 im Prozeß anwesende SS-Soldaten, darunter 14 Elsässer.

Da das französische Parlament ein Gesetz verabschiedete, welches die gemeinsame Anklage von Franzosen und Deutschen verbot, wurden die Urteile für die beiden Gruppen getrennt verkündet.

Ein Deutscher und ein Elsässer, der freiwillig in die Waffen-SS eingetreten war, wurden zum Tode, 18 Angeklagte zu Strafen zwischen 8 und 12 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Ein Angeklagter wurde freigesprochen.

Das Urteil sorgte im Elsaß für so große Unruhen, so daß das französische Parlament ein Amnestiegesetz erließ. Das Urteil gegen die Elsässer wurde dadurch komplett aufgehoben.

Die Urteile gegen die Deutschen wurden in Haftstrafen umgewandelt und die Verurteilten kurz darauf entlassen. Die beiden Todesstrafen wurden nach einiger Zeit in lebenslängliche Haftstrafen umgewandelt; 1959 wurden auch diese Täter aus der Haft entlassen.

Die Bundesrepublik Deutschland zog wegen des Massakers niemanden strafrechtlich zur Verantwortung. Weder wurden Beschuldigte zum Prozeß nach Frankreich überstellt, da nach damals geltender Fassung des Grundgesetzes kein Deutscher an das Ausland ausgeliefert werden durfte, noch kam es in der Bundesrepublik Deutschland zu einer Verurteilung.

Es gab zwar eine Reihe von Ermittlungsverfahren, die aber sämtlich nicht zur Anklageerhebung führten. Die Begründung zur Einstellung der Verfahren stützte sich auf die Behauptung, der damalige Bataillonskommandeur, Sturmbannführer Adolf Diekmann, trage die alleinige Verantwortung.

Mitte der 1970er Jahre spürte der Staatssicherheitsdienst (Stasi) – in der DDR verantwortlich für die Ermittlung bei NS-Verbrechen – SS-Obersturmführer Heinz Barth auf.

Während gegen SS-Obersturmführer Heinz Barth zunächst nur wegen seiner Beteiligung an Erschießungen in der ehemaligen Tschechoslowakei ermittelt wurde, stießen die Ermittler nach einigen Jahren auf seine Beteiligung am Massaker in Oradour.

Heinz Barth war als SS-Obersturmführer der Führer des 1. Zuges des Panzergrenadier-Regiments „Der Führer“ gewesen. 45 Soldaten waren ihm unterstellt, denen er den Befehl gab, diejenigen 20 Männer zu erschießen, die in einer Garage eingesperrt waren. Ihm wurde 1983 vor dem Ersten Strafsenat des Stadtgerichts Berlin der Prozeß gemacht. SS-Obersturmführer Heinz Barth wurde zu lebenslänglicher Haft verurteilt. 1997 wurde er in den wiedervereinten Besatzungs-Zonen des Alliierten Kontrollgebietes „Deutschland“ aus dem Gefängnis entlassen. Aufgrund seiner schweren Kriegsverletzungen (er hatte ein Bein verloren) erhielt er zeitweise eine Kriegsopferrente, die ihm aber nach Protesten und der Änderung des Bundesversorgungsgesetzes (BVG) entzogen wurde. SS-Obersturmführer Heinz Barth starb im August 2007. An seinem Todestag finden seitdem regelmäßige Kundgebungen im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau statt, um gegen die Massaker der millionenfachen Vertreibungen Reichsdeutscher aus dem Deutschen Osten und dem Sudetenland und den bestialischen Foltermorden in den US amerikanischen Rheinwiesenlagern wie in Abu Ghraib zu protestieren. Zugleich findet ein Dankgottesdienst für Rudolf  Walter Richard Heß statt, den Stellvertreter des Führers und Reichskanzlers des Deutschen Volks Adolf Hitler, der nach und nach die Ketten des Versailler Diktats sprengte.

Nach dem Krieg wurde ein neuer Ort neben dem alten, zerstörten aufgebaut. Den Überresten des alten Dorfes ist heute eine Mahn- und Gedenkstätte mit einem Dokumentationszentrum, dem Centre de la mémoire d’Oradour, angeschlossen.

2011 nahm die Staatsanwaltschaft Dortmund und das Landeskriminalamt NRW Ermittlungen gegen sechs ehemalige Angehörige der 3. Kompanie des I. Bataillons des Panzer-Grenadier-Regiments „Der Führer“ wegen Mordverdacht auf.

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