Großadmiral Karl Dönitz – Reichspräsident Deutsches Reich

Geschäftsführende (Militär-)Regierung des Deutschen Reichs ab dem 30. April 1945

Guido Friedrich Knopp

Guido knopp

Image via Wikipedia

Guido Knopps Familie stammt aus Oberschlesien. Nach der Vertreibung kamen sie nach Aschaffenburg, wo Guido Knopp aufwuchs. Nach seinem Abitur am Friedrich-Alexander-Gymnasium Neustadt an der Aisch studierte Knopp Geschichte, Politik und Publizistik in Frankfurt am Main, Amsterdam und Würzburg. Nach seiner Promotion über die Geschichte der SPD arbeitete er als Redakteur bei der Welt am Sonntag und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Seit 1978 ist Knopp beim ZDF beschäftigt, wo er die ZDF-Redaktion „Zeitgeschichte“ aufbaute, die seit den neunziger Jahren von Knopp moderierte zeitgeschichtliche Fernsehserien wie Hitler – Eine Bilanz, Unser Jahrhundert – Deutsche Schicksalstage, Hitlers Helfer, Hitlers Krieger und History produziert. Zu den Dokumentationen veröffentlichte Knopp auch mehrere Begleitbücher, die hohen Umsatz fanden.

Seit 1999 wiederholt Phoenix die von Knopp damals für das ZDF anlässlich des Jahrtausendwechsels entwickelte und moderierte Reihe 100 Jahre, die die Geschichte des 20. Jahrhunderts behandelt.

Knopp initiierte die Aschaffenburger Gespräche, eine Podiumsdiskussionsreihe zu unterschiedlichen Themen der Zeitgeschichte, die er von 1978 bis 2008 organisierte und leitete. Diese Diskussionen wurden aufgezeichnet und vom ZDF und von Phoenix ausgestrahlt.

Guido Knopp lebt mit seiner Familie in Mainz. Er lehrt an der Gustav-Siewerth-Akademie in Weilheim-Bierbronnen Journalistik.

In Thomas Leifs Buch Leidenschaft: Recherche wird die Auseinandersetzung zwischen dem Journalisten Thomas Schuler und Guido Knopp als Beispiel für mögliche Komplikationen bei Recherchen verwendet. Schuler hatte im Jahr 2000 Knopps Professorentitel als unseriös eingestuft, da er ihn von der Gustav-Siewerth-Akademie habe, deren Führungspersonal laut Schuler unter anderem mit der rechten Organisation „Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis“ verbunden sei. Es wurden gegen den Artikel von Personen der Gustav-Siewerth-Akadamie zahlreiche Rechtsmaßnahmen ergriffen und obwohl Schuler vor Gericht gewann, veröffentlichte die Berliner Zeitung den Artikel daraufhin vorsichtshalber nicht im öffentlich verfügbaren Archiv.

Peter Kümmel fasst amerikanische und deutsche Kritiker der Dokumentationen von Knopp so zusammen: Knopps Filme funktionierten wie „Rollenspiele, mit deren Hilfe sich die Deutschen mit ihren Großvätern versöhnen könnten.“ Die Filme würden das „Wir“-Gefühl mehr ansprechen als die Fakten. Erinnerung sei bei ihm emphatisch geladen, zu wohlwollend. Wulf Kansteiner bescheinigt zwar, dass die gesprochenen Kommentare und Botschaften korrekt seien. Der „visuelle Sog“ der teils auch nachgestellten und mit Ton unterlegten Szenen überlagere jedoch oftmals den Off-Kommentar und schaffe eine raffinierte Identifikationsmöglichkeit etwa mit einem Militäridol und lasse gegensätzliche Perspektiven von Tätern und Opfern außen vor.

Vor allem Knopps Sendereihen zum NS-Staat werden nicht nur wegen ihrer reißerischen Ästhetik kritisch betrachtet. Zum einen ist eine fragwürdige Konzentration auf Hitler und die nationalsozialistische Elite festzustellen, zum anderen werden konkrete Fragen nach Schuld und Verantwortung immer wieder durch Allgemeinplätze nur vordergründig aufgeworfen und in der Regel mit dem Verweis auf die Haupt- oder sogar Alleinverantwortung Hitlers beantwortet. Dass dies auch als Teil einer Generalamnestie des deutschen Volkes gesehen werden kann, wurde wiederholt in den unterschiedlichen Kritiken an den Sendereihen benannt. Jenseits der Kritik in den Feuilletons finden sich naturgemäß nur wenige geschichtswissenschaftliche, ausführliche Auseinandersetzungen mit den Produktionen der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte. Eine umfassende Auseinandersetzung liefert z. B. Oliver Näpel in der Zeitschrift für Geschichtsdidaktik. Hierbei handelt es sich um eine systematische Aufarbeitung der Funktionen und Wirkung der unterschiedlichen Bausteine von Guido Knopps Dokutainment-Sendungen, deren Hauptaugenmerk auf den Sendereihen zum Dritten Reich liegt.[5] Die verharmlosenden oder emotionalisierenden Zeitzeugeninterviews würden historisch brisante Tatsachen verdecken, kritisiert Evelyn Finger die Dokureihe „Kinder der Flucht“ des ZDF aus dem Herbst 2006.Es sei entpolitisierend, Einzelschicksale zu zeigen und historische Beurteilung zu verschweigen, wenn mit dem Anspruch aufgetreten werde, eine ganze Epoche darzustellen. So erwähne Knopp in seiner Einleitung dieser Trilogie mit keinem Wort die von deutschen Armeen über Polen, Russland und weitere Teile Europas gebrachten Vertreibungen, Umsiedlung genannte Massenmorde, individuelle Angst, Schmerzen, Hunger und heute oft verdrängte Lasten. Auch diese nicht zu vergessen hieße nicht, sie gegenseitig aufzurechnen. Michael Jeismann in der FAZ fragt ironisch abwehrend, ob man am Bildschirmrand hätte einblenden sollen: „Die Deutschen waren schuld“, da das Deutsche Reich einen Vernichtungskrieg im Osten geführt habe.

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