Großadmiral Karl Dönitz – Reichspräsident Deutsches Reich

Geschäftsführende (Militär-)Regierung des Deutschen Reichs ab dem 30. April 1945

Wessel Freiherr Freytag von Loringhoven

The command flag for a Generalfeldmarschall as...

Image via Wikipedia

Wessel Freiherr Freytag von Loringhoven (* 10. Novemberjul./ 22. November 1899greg.[1] in Groß Born, Kurland; † 26. Juli 1944 in Mauerwald, Ostpreußen) war Oberst im Generalstab der deutschen Wehrmacht. Er war Mitglied des militärischen Widerstandes gegen Adolf Hitler und seit 1937 befreundet mit Claus Graf Schenk von Stauffenberg, der das Attentat vom 20. Juli 1944 ausübte.

Wessel Freytag von Loringhoven entstammte dem baltischen Zweig einer alten westfälischen Adelsfamilie, und wuchs auf Adiamünde (Skulte) in Livland auf. Nach dem Abitur trat er 1918 in die Baltische Landeswehr ein, mit deren Umwandlung in das 13. Infanterieregiment der Lettischen Armee er lettischer Soldat wurde. 1922 verließ er als Deutsch-Balte die neu gegründete Republik Lettland, um in die deutsche Reichswehr einzutreten. Seine militärische Laufbahn führte ihn 1943 als Oberst i.G in das Oberkommando der Wehrmacht (OKW). Anfangs ein Sympathisant des Nationalsozialismus schloss er sich aufgrund seiner Erlebnisse während des Ostfeldzuges und der damit verbundenen deutschen Verbrechen dem Widerstand an. Durch seine Arbeit als Ic der Heeresgruppe Süd gegen die Sicherheitspolizei kollidierte er schon Frühjahr 1942 mit den Spitzen der SS in der Ukraine (siehe hierfür „Geheimes FS SS-Brigadeführer Dr. Max Thomas (BdS, Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienst) an SS-Obergruppenführer H.A.Prützmann (HSSPF)“).[2] Er konnte sich jedoch den im Fernschreiben angekündigten weiteren Ermittlungen der SS entziehen. 1943 wurde er auf Betreiben von Admiral Canaris als Oberst i.G. zum OKW nach Berlin abgeordnet und dort unter Canaris in der Abwehr Chef der Abteilung II. Sabotage. Sein Vorgänger in diesem Amt war Generalmajor Erwin Lahousen, mit dem er und Admiral Canaris am 29. Juli 1943 nach Venedig flogen, um den italienischen Geheimdienstchef Cesaré Amé über die SS-Pläne zur Beseitigung von Papst und König zu informieren.[3] Canaris war es gelungen, den Venedig-Flug bei Keitel unter „Überprüfung der Bündnistreue Italiens“ genehmigt zu bekommen. Der Erfolg dieser Reise bestätigt sich in den „Erinnerungen“ des damaligen deutschen Botschafters beim Vatikan, Ernst von Weizsäcker (Seite 362 ff).

Wessel Freytag von Loringhoven besorgte den Sprengstoff, mit dem Claus Graf Schenk von Stauffenberg das Attentat vom 20. Juli 1944 unternahm. Nach dem Ausscheiden von Canaris aus dem Amt Abwehr/Ausland hatte Freytag-Loringhoven die Abwehr verlassen müssen und fand seine nächste Aufgabe als Leiter der Heerwesenabteilung im Generalstab des Heeres. Dort übernahm er mit seiner Position englischen Sprengstoff mit Zündern, den er nun vorgab, Ende Juni 1944 im Mauersee versenkt zu haben. Die Gestapo konnte jedoch nach dem Scheitern des Attentats vom 20. Juli 1944 nachweisen, dass die Zünder und Sprengmaterial aus eben dieser Quelle stammten und Freytag-Loringhoven das Material an Stauffenberg übergeben hatte. Dies stimmt genau überein mit der Darstellung von R.Chr.v.Gersdorff, der die Sprengstoffe bei der Heeresgruppe Mitte gehandhabt und wie Trescow und Schlabrendorff getestet hatte (S.121, 144 in „Soldat im Untergang“) Foto des zweiten, von Stauffenberg und Haeften bei ihrer Fahrt zum Flugplatz weggeworfenen Sprengstoff-Pakets.[4] Ernst Kaltenbrunner vom Reichssicherheitshauptamt gelang es, Freytags Täterschaft im Detail aufzuklären. Am 26. Juli 1944, unmittelbar vor seiner Verhaftung durch die Gestapo, setzte Freytag-Loringhoven seinem Leben selbst ein Ende, da ihm als Offizier der militärischen Abwehr die zu erwartenden Verhörmethoden bekannt waren. Sein Abschiedsbrief an seine Frau befindet sich im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. Nach seinem Tod wurde seine Frau zusammen mit den Frauen der anderen Beteiligten des 20. Juli gefangengesetzt. Seine vier Söhne wurden von ihrer Mutter getrennt und in Sippenhaft genommen. Sie kamen im Oktober 1944 frei.

Werke

Als Nachrichtenchef der Heeresgruppe B legte er vor der Schlacht um Stalingrad Anfang Oktober 1942 eine Denkschrift vor, die den russischen Großangriff am Don erwartete, wo er am 19. November auch tatsächlich losbrach. Die kommende Kesselschlacht sah er darin untrüglich voraus, doch der Inhalt der Denkschrift hinterließ im Führerhauptquartier und bei Hitler keinerlei Wirkung.

Literatur

  • Astaf von Transehe-Roseneck u.a.: Genealogisches Handbuch der Baltischen Ritterschaften. Band Livland, Görlitz 1929, S. 416ff.
  • Bernd Freytag von Loringhoven: Freytag von Loringhoven. Eine kurzgefaßte Familiengeschichte, München 1986
  • Ulrich Cartarius: Opposition gegen Hitler. Deutscher Widerstand 1933-1945 Berlin 1984, ISBN 3-88680-110-1
  • Harald Steffahn: Die Wahrheit über Stalingrad, in: Christian Zentner: Adolf Hitler, Hamburg 1979
  • Kaltenbrunner-Berichte an Bormann und Hitler über das Attentat vom 20. Juli 1944, in: Hans-Adolf Jacobsen (Hrsg.): Spiegelbild einer Verschwörung, Stuttgart 1961
  • Sven Steenberg: Wlassow – Verräter oder Patriot?< Köln 1968
  • Peter Hoffmann: Widerstand, Staatsstreich, Attentat. Der Kampf der Opposition gegen Hitler, München 1969
  • Wessel Baron Freytag von Loringhoven. Zum 25. Jahrestag des 20. Juli 1944, in: Nachrichtenblatt der Baltischen Ritterschaften< 11. Jg. (1969), Heft 2 (Juni)
  • 20. Juli 1944, hrsg. von der Bundeszentrale für Heimatdienst, Bonn 1960
  • R.Chr.Frhr.v. Gersdorff „Soldat im Untergang“, Ullstein 1977

Einzelnachweise

  1. Eintrag im Taufregister der Gemeinde Born (lettisch: Bornes, nach 1925: Kaplava)
  2. SS-Fernschreiben im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde BDC, SSO Max Thomas. Zum Holocaust in der Ukraine siehe Wolfgang Curilla: Die deutsche Ordnungspolizei und der Holocaust im Baltikum und Weißrussland. Ferdinand Schöningh Verlag, 2006.
  3. Aussage E.Lahousen Nürnberg 1.Feb.1946 1330-1430 und Schlabrendorff, „Offiziere gegen Hitler“
  4. Seite 881 bei Peter Hoffmann, WIDERSTAND 1969.

Loringhoven came from an aristocratic Baltic German family in Courland descended from Westphalia. He grew up in Adiamünde (Skulte) in Livonia. After his Final Exams (Abitur), Loringhoven joined the Baltic-German Army (Landeswehr) in 1918, and with the formation of independent Latvia he became an officer of the 13th Infantry Regiment of Latvia. In 1922, he left Latvia in order to enter the Army of Weimar Germany (Reichswehr).

Loringhoven initially sympathized with the National Socialist program for Germany. But, in 1934, he was disaffected by the Night of the Long Knives massacre. After more negative experiences with war crimes during the German invasion of the Soviet Union (Operation Barbarossa), Loringhoven joined the resistance against Nazi Germany.

In 1943, with the help of Admiral Wilhelm Canaris, Loringhoven was relocated to the High Command of the German Armed Forces (Oberkommando der Wehrmacht, or OKW) as a colonel.

Hitler’s plot to kidnap Pope Pius XII

Loringhoven’s son Niki, testifying in Munich in 1972 and in recent revelations, reports that his father was involved in the foiling of Hitler’s plot to kidnap Pope Pius XII.[1][2] Niki von Freytag-Loringhoven’s reported that within days of the arrest of Benito Mussolini as ordered by King Victor Emmanuel III, the Führer commanded the Reichssicherheitshauptamt (the Third Reich’s Security Headquarters) to retaliate against the Italians via the kidnapping or murder of Pius XII and the Victor Emmanuel.[3]

The colonel’s son, Niki Freytag Loringhoven, now 72, recently coming forward to reveal new details about the plan, reported that on July 29 and 30, 1943 his father and Erwin von Lahousen, who were employed in the section of German intelligence dealing mainly with sabotage, attended a meeting in Venice where Admiral Wilhelm Canaris, top Gerrman counterintelligence officer, also part of the resistance, informed the Italian General, Cesare Amè, of the plot .[4][5] General Amè relayed the news which allowed the plot to be foiled.[6] The Italian paper, Avvenire, reports that the younger Freytag von Loringhoven’s accounts comport with the Von Lahousen’s Nuremberg war crimes trials deposition.[7] Both officers, von Lahousen and Freytag Loringhoven, participated with Claus Graf Schenk von Stauffenberg in the failed July 20 Plot to assassinate Hitler in 1944.[8]

July 20 plot

Loringhoven provided the detonator charge and explosives for the assassination attempt against Hitler on July 20th, 1944. He was able to obtain unrecognized English explosives from German intelligence (Abwehr) sources. However, Ernst Kaltenbrunner, the Chief of the Reich Security Main Office (Reichssicherheitshauptamt, or RSHA), discovered the actions of Loringhoven. On 26 July 1944, immediately before he was to be arrested by the Gestapo and fully aware of the interrogation techniques utilized by them, Loringhoven committed suicide at Mauerwald in East Prussia.

Aftermath

After his death, Loringhoven’s wife was imprisoned along with relatives of the other members of the plot. Loringhoven’s four sons were separated from their mother. All were eventually liberated by Allied forces.

A close cousin, Bernd Freytag von Loringhoven, was not implicated only due to the intervention of General Heinz Guderian. His cousin was an occupant of the Führerbunker in Berlin towards the end of World War II in Europe. Bernd Freytag von Loringhoven escaped Berlin, was captured by the British, and survived the war.

Notes

Regarding personal names: Freiherr is a title, translated as Baron, not a first or middle name. The female forms are Freifrau and Freiin.

See also

References

Footnotes

  1. ^ MORE PROOF OF HITLER’S PLAN TO KILL PIUS XII: Son of German Intelligence Officer Comes Forward, Zenit News June 16, 2009
  2. ^ Italian newspaper reveals details behind Hitler’s plan to kill Pius XII CBCP News June 17, 2009
  3. ^ MORE PROOF OF HITLER’S PLAN TO KILL PIUS XII: Son of German Intelligence Officer Comes Forward, Zenit News June 16, 2009
  4. ^ MORE PROOF OF HITLER’S PLAN TO KILL PIUS XII: Son of German Intelligence Officer Comes Forward, Zenit News June 16, 2009
  5. ^ Italian newspaper reveals details behind Hitler’s plan to kill Pius XII CBCP News June 17, 2009
  6. ^ MORE PROOF OF HITLER’S PLAN TO KILL PIUS XII: Son of German Intelligence Officer Comes Forward, Zenit News June 16, 2009
  7. ^ MORE PROOF OF HITLER’S PLAN TO KILL PIUS XII: Son of German Intelligence Officer Comes Forward, Zenit News June 16, 2009
  8. ^ MORE PROOF OF HITLER’S PLAN TO KILL PIUS XII: Son of German Intelligence Officer Comes Forward, Zenit News June 16, 2009

Sources

  • Astaf von Transehe-Roseneck u.a.: Genealogisches Handbuch der Baltischen Ritterschaften. Band Livland, Görlitz 1929, S. 416ff.
  • Bernd Freytag von Loringhoven: Freytag von Loringhoven. Eine kurzgefaßte Familiengeschichte, München 1986
  • Ulrich Cartarius: Opposition gegen Hitler. Deutscher Widerstand 1933-1945 Berlin 1984, ISBN 3-88680-110-1
  • Harald Steffahn: Die Wahrheit über Stalingrad, in: Christian Zentner: Adolf Hitler, Hamburg 1979
  • Kaltenbrunner-Berichte an Bormann und Hitler über das Attentat vom 20. Juli 1944, in: Hans-Adolf Jacobsen (Hrsg.): Spiegelbild einer Verschwörung, Stuttgart 1961
  • Sven Steenberg: Wlassow – Verräter oder Patriot?< Köln 1968
  • Peter Hoffmann: Widerstand, Staatsstreich, Attentat. Der Kampf der Opposition gegen Hitler, München 1969
  • Wessel Baron Freytag von Loringhoven. Zum 25. Jahrestag des 20. Juli 1944, in: Nachrichtenblatt der Baltischen Ritterschaften< 11. Jg. (1969), Heft 2 (Juni)
  • 20. Juli 1944, hrsg. von der Bundeszentrale für Heimatdienst, Bonn 1960
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