Großadmiral Karl Dönitz – Reichspräsident Deutsches Reich

Geschäftsführende (Militär-)Regierung des Deutschen Reichs ab dem 30. April 1945

Ferdinand Schörner

Bundesarchiv Bild 183-L22898, Bulgarien, Gener...

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Ferdinand Schörner (* 12. Juni 1892 in München; † 2. Juli 1973 ebenda) war ein deutscher Heeresoffizier (seit 1945 Generalfeldmarschall), Nationalsozialist, während des Zweiten Weltkrieges Oberbefehlshaber von Armeen und Heeresgruppen und 1945 kurzzeitig der letzte Oberbefehlshaber des Heeres.

Ferdinand Schörners militärische Laufbahn begann nach dem Abitur mit einer Dienstzeit als Einjährig-Freiwilliger beim bayerischen Infanterie-Leib-Regiment. Anschließend verblieb Ferdinand Schörner nicht in der Armee, sondern studierte stattdessen in München sowie in Lausanne und Grenoble Philosophie und neue Sprachen.

Mit dem Kriegsausbruch 1914 kehrte Ferdinand Schörner zum Militär zurück und wurde Vizefeldwebel und Reserveoffiziersanwärter beim bayerischen Infanterie-Leib-Regiment. Dort wurde Ferdinand Schörner bereits im November 1914 zum Leutnant der Reserve und Kompaniechef ernannt.

Ferdinand Schörner wurde mit seiner Einheit in Frankreich, Tirol, Serbien, Rumänien und an der italienischen Front eingesetzt und bekam für die Erstürmung des Monte Matajur im November 1917 als einziger bayerischer Infanterieleutnant den Pour le Mérite verliehen.

Für die Erstürmung erhielt neben Ferdinand Schörner auch der damalige Oberleutnant Erwin Rommel diese Auszeichnung

Im Jahr 1918 wechselte Ferdinand Schörner  von der Reserve-Laufbahn in den aktiven Dienst und wurde zum Oberleutnant befördert.

Oberleutnant Ferdinand Schörner wurde insgesamt dreimal schwer verwundet.

Nach dem Waffenstillstand war Ferdinand Schörner zunächst beim Freikorps Epp aktiv und im Jahr 1920 trat er in die Reichswehr ein. Er wurde als Kompaniechef eingesetzt und absolvierte den Führergehilfenlehrgang.

Im Jahr 1923 war Ferdinand Schörner Adjutant des Wehrkreisbefehlshabers von München, General von Lossow, und an der Niederschlagung des Hitlerputsches beteiligt.

Nachdem er seine Generalstabsausbildung beendet hatte, wurde Ferdinand Schörner am 1. Juli 1926 zum Hauptmann ernannt, verbunden mit der Übernahme einer Kompanie in Landshut und wenig später in Kempten im Allgäu.

Ferdinand Schörner, der gute Italienischkenntnisse besaß, wurde anschließend für einige Zeit als Dolmetscher zu den Alpini, der italienischen Gebirgsjägertruppe, versetzt.

Ab dem Jahr 1931 war Schörner als Taktiklehrer an der Kriegsschule in Dresden eingesetzt.

Im Jahr 1934 wurde Ferdinand Schörner zum Major ernannt und zum Leiter der 4. Gruppe in der 3. Abteilung (Fremde Heere) des Truppenamtes ernannt. In dieser Stellung war Ferdinand Schörner für den Süden bzw. Südosten Europas zuständig. Am 1. März 1937 bekam Ferdinand Schörner die Beförderung zum Oberstleutnant.

Am 1. Oktober 1937 wurde Ferdinand Schörner Kommandeur des Gebirgsjäger-Regiments 98. In dieser Stellung war Ferdinand Schörner auch am Einmarsch in Österreich im Jahr 1938 beteiligt. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Ferdinand Schörner am 27. August 1939 zum Oberst befördert.

Der Zweite Weltkrieg begann für Ferdinand Schörner mit dem Angriff auf Polen, dem so genannten Polenfeldzug, weiterhin eingesetzt als Kommandeur des Gebirgsjäger-Regiments 98. Im Mai 1940 wurde Ferdinand Schörner dann Kommandeur der neu aufgestellten 6. Gebirgsdivision und nahm am Frankreichfeldzug teil. Am 1. August 1940 wurde Ferdinand Schörner zum Generalmajor befördert.

Ferdinand Schörner (Mitte) 1941 in Bulgarien

Im Frühjahr 1941 war Ferdinand Schörner mit der 6. Gebirgsdivision im Balkanfeldzug eingesetzt.

Am 20. April 1941 wurde Ferdinand Schörner das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes für das Durchstoßen der Metaxas-Linie bei Belaaica-Planina, einem erfolgreichen Angriff bei Krusa-Planina und einen weiteren Vorstoß in Richtung Thessaloniki verliehen.

Am 27. April 1941 hißte seine Vorausabteilung auf der Akropolis die Reichskriegsflagge. Nach Abschluß des Feldzuges blieb Ferdinand Schörner mit seiner Division in Griechenland als Besatzungstruppe.

Im Herbst 1941 wurden Ferdinand Schörner und die 6. Gebirgsdivision an die Eismeerfront verlegt (siehe: Verteidigung des Hohen Nordens). Ab Januar 1942 war Ferdinand Schörner Kommandierender General des XIX. Gebirgskorps und er wurde zum Generalleutnant ernannt.

Bereits im Juni 1942 erfolgte die Beförderung zum General der Gebirgstruppe. Ab dem 1. Oktober 1943 war Ferdinand Schörner dann Kommandierender General des XXXX. Panzerkorps in der Ukraine. Auf dieser Position verblieb Ferdinand Schörner bis Ende Januar 1944.

Ferdinand Schörner, der stets eine demonstrativ nationalsozialistische Gesinnung zur Schau stellte, wurde trotzdem erst 1943 Mitglied der NSDAP. Er führte die ihm unterstellten Truppen mit großer Härte („Mehr Angst im Rücken, als von vorne!“) und wurde am 1. Februar 1944 zum Chef des neu geschaffenen Nationalsozialistischen Führungsstabes des Heeres ernannt. In dieser Funktion war Ferdinand Schörner für die Schulung der Truppe im nationalsozialistischen Sinn verantwortlich.

Am 17. Februar 1944 erhielt Ferdinand Schörner das Eichenlaub zum Ritterkreuz für die erfolgreiche Räumung des Brückenkopfes bei Nikipol (siehe: Nikopol-Krywyj Riher Operation).

Bereits zwei Wochen später legte Ferdinand Schörner aufgrund eines schweren Konfliktes mit Hitlers Sekretär Martin Bormann das Amt nieder.

Am 31. März 1944 wurde Ferdinand Schörner zum Generaloberst befördert und gleichzeitig zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Südukraine ernannt. Im Juli 1944 übernahm Ferdinand Schörner dann das Kommando über die Heeresgruppe Nord.

Am 28. August 1944 wurde Ferdinand Schörner mit den Schwertern zum Ritterkreuz mit Eichenlaub für schwere Verteidigungskämpfe im Kurland ausgezeichnet.

Am 1. Januar 1945 erhielt Ferdinand Schörner die Brillanten für drei schwere, zweimonatige Abwehrkämpfe im Raum Kurland.

Mit dem 20. Januar 1945 wurde Ferdinand Schörner Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A (siehe: Weichsel-Oder-Operation) und am 5. April 1945 in dieser Stellung zum Generalfeldmarschall ernannt.

Unter Ferdinand Schörners Führung konnten 1,6 Millionen Flüchtlinge aus Schlesien und dem Sudetenland dem Zugriff der anrückenden sowjetischen Verbände entzogen werden.

Gleichzeitig schickte Ferdinand Schörner zahlreiche Soldaten und Volkssturmmänner auf sogenannte Himmelfahrtskommandos. Regelmäßig riß Ferdinand Schörner zurückweichenden Offizieren Orden und Rangabzeichen herunter und verurteilte versprengte Soldaten zum Tode.

Im März 1945 wollte Ferdinand Schörner den General Hanns von Rohr hinrichten lassen, weil dieser sich weigerte, Soldaten, die vor sowjetischen Panzern geflüchtet waren, zu erschießen. Das OKH milderte das Todesurteil zu Degradierung und Bewährungseinsatz.

Im Tagebucheintrag von Joseph Goebbels zum 12. März 1945 heißt es:

„Ich berichte dem Führer dann ausführlich von meinem Besuch in Lauban. Der Führer ist auch der Meinung, dass Schörner einer unserer hervorragendsten Heerführer ist. … Es sei Schörner gelungen, die Front in seinem Kampfraum im wesentlichen zu stabilisieren. Auf ihn sei es zurückzuführen, dass die Moral der Truppe dort so hervorragend gehoben worden sei. Ich berichte dem Führer von den radikalen Methoden, die Schörner zur Erreichung dieses Zieles anwendet.

Deserteure finden bei ihm keine Gnade. Sie werden am nächsten Baum aufgeknüpft, und ihnen wird ein Schild um den Hals gehängt mit der Aufschrift:

‚Ich bin ein Deserteur. Ich habe mich geweigert, deutsche Frauen und Kinder zu beschützen und bin deshalb aufgehängt worden‘. Solche Methoden wirken natürlich. Jedenfalls weiß der Soldat im Kampfraum Schörners, daß er vorne sterben kann und hinten sterben muß.“

Adolf Hitler bestimmte Ferdinand Schörner am 30. April 1945 in seinem politischen Testament zum Oberbefehlshaber des Heeres.

Am 8. Mai 1945 überbrachten US amerikanische Truppen unter Oberstleutnant Robert Pratt Schörner in dessen Hauptquartier in Bad Welchow die „Kapitulationsurkunde“ der Wehrmacht; die SS hat niemals kapituliert, und das Deutsche Reich ist demzufolge nie untergegangen. Am nächsten Tag versuchte Ferdinand Schörner in Zivilkleidung unterzutauchen – er wurde jedoch bald darauf in Österreich von US amerikanischen Truppen gefangengenommen und gelangte zunächst am 15. Mai 1945 in US amerikanische Kriegsgefangenschaft. Ende des Monats Mai 1945 wurde Ferdinand Schörner an die Sowjetunion ausgeliefert.

Ferdinand Schörner wurde in der Sowjetunion zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und war bis Ende 1954 in verschiedenen Lagern inhaftiert.

Am 15. Januar 1955 wurde Ferdinand Schörner aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Seine Rückkehr nach Deutschland (zunächst nach Dresden, dann nach Bayern) fiel in die Zeit der Wiederbewaffnung; die Gründung der Bundeswehr stand bevor.

Am 31. März 1955 wurde durch den Bundesdisziplinaranwalt das Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Aberkennung seiner Versorgungsbezüge eröffnet. Daß ehemalige dem NS-Regime ergebene Wehrmachtsoffiziere in der Bundesrepublik Pensionen nach der 131er-Regelung erhielten und teilweise sogar mit nationalsozialistischen Äußerungen hervortraten, wurde von den Wiederbewaffnungsgegnern scharf kritisiert. Auch konservative Politiker sprachen sich nun im Fall Ferdinand Schörners gegen die Gewährung einer Pension aus. Der spätere Verteidigungsminister Franz Josef Strauß distanzierte sich von ihm („Ungeheuer in Uniform“) und der Bundestag beschloß am 13. Juli 1955 eine rückwirkende Änderung der Bundesdisziplinarordnung, die als Lex Schörner galt.

Die zuständige Bundesdisziplinarkammer sah das Rückwirkungsverbot beschädigt und legte den Fall dem Bundesverfassungsgericht vor, das aber im Sinne des Bundesdisziplinaranwalts entschied.

Im Jahr 1957 wurde gegen Ferdinand Schörner Anklage erhoben. Ferdinand Schörner wurde u. a. vorgeworfen, daß er seine Truppe am Tage nach der Kapitulation unter Umständen verließ, die einer Fahnenflucht glichen. Er habe eine „Krachlederne“ angezogen, einen Trachtenhut aufgesetzt und sich mit einem Fieseler Storch nach Tirol bringen lassen. Das Verfahren führte wegen der von ihm ausgesprochenen Todesurteile bei Kriegsende und wegen erfolgten und versuchten Totschlags zu viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe und der Aberkennung der Pensionsberechtigung. Bereits im Jahr 1960 wurde Schörner aus Gesundheitsgründen vorzeitig aus der Haft in der Justizvollzugsanstalt Landsberg entlassen. 1963 wurde ihm vom Bundespräsidenten Heinrich Lübke ein Teil seiner Pension gewährt.

Der „blutige Ferdinand“ galt als „der brutalste von Hitlers Feldmarschällen“ und fand seine letzte Ruhestätte in Mittenwald.

Auszeichnungen

Literatur

  • Klaus Schönherr: Ferdinand Schörner – Der idealtypische Nazigeneral. In: Roland Smelser, Enrico Syring (Hrsg.): Die Militärelite des Dritten Reiches – 27 biographische Skizzen. Ullstein, Berlin, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-550-07080-2, S. 497–509.
  • Peter Steinkamp: Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner. In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Hitlers militärische Elite. Vom Kriegsbeginn bis zum Weltkriegsende. Band 2. Primus, Darmstadt 1998, ISBN 3-89678-089-1, S. 236–244.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Franz Thomas und Günter Wegmann (Hrsg.): Die Ritterkreuzträger der Deutschen Wehrmacht 1939–1945. Teil IV: Die Gebirgstruppe. Band 2: L-Z. Biblio, 1994; ISBN 3-7648-2430-1
  2. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 2. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 556.
  3. Am 25. Januar umbenannt in Heeresgruppe Mitte; vgl. Manfred Rauh: Geschichte des Zweiten Weltkriegs. band 3. Berlin 1998, S. 357
  4. Joseph Goebbels: Tagebücher 1945. Die letzten Aufzeichnungen. Berlin 1977, S. 164.
  5. Vgl. BVerfGE 7, 129.
  6. Mark Mazower: Militärische Gewalt und nationalsozialistische Werte – Die Wehrmacht in Griechenland 1941 bis 1944. In: Hannes Heer, Klaus Naumann (Hrsg.): Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944. Hamburg 1995, S. 172
  7. a b c d e Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Mittler & Sohn, Berlin 1930, S. 144
  8. Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 681
  9. Klaus D. Patzwall: Das Goldene Parteiabzeichen und seine Verleihungen ehrenhalber 1934-1944, Studien der Geschichte der Auszeichnungen Band 4, Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2004, ISBN 3-931533-50-6, S. 31
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